2. September 2026

Unglückliche Wendung

Nach einer kurzfristigen Terminumplanung innerhalb des Belcar Historic Cups trat das Team Kompressol-Racing nun anstatt beim Assen Classic Grand Prix im Rahmen des 24H Rennens von Zolder an. Eine nette Abwechslung. Trotz leicht reduziertem Feld, durch die spontane Terminumstellung, war das Fahrerlager prall gefüllt und die Bühne frei für ein Motorsportfestival. Simeon Roessle am Steuer des Ford Pumas war die Vorfreude auf ein aufregendes Event vor großer Zuschauerkulisse deutlich anzumerken.

Kurz nach der Fahrerbesprechung am Donnerstag Vormittag trat man dann zum freien Training an. Der Puma schnurrte zuverlässig wie gewohnt, umso mehr nach einer Motorrevision in der Werkstatt über den Sommer. Viel Zeit zum Einfahren gab es aber nicht: aufgrund von ausfallenden Mitbewerbern und einer dadurch ausgelösten roten Flagge musste der Puma etwa die Hälfte des Trainings im Pitlane-Käfig verharren.

Die Weichen für ein interessantes Qualifying am Nachmittag waren dennoch gestellt. Jedoch wie so oft in Zolder, machte sich die Sorge vor unvorhersehbarem Regen breit, der das Qualifying auf den Kopf stellen könnte. Im Laufe des Tages wurde dann aber klar, dass die Fahrer wie gewohnt mit Slicks Gummi in den Asphalt brennen konnten. Das Qualifying sollte aber nicht ganz wie geplant laufen: Langsamere Fahrzeuge und PS-stärkere Boliden machten der Hoffnung auf eine freie Runde den Gar aus und Simeon Roessle musste sich mit dem 26. Gesamtrang, aber dennoch Platz 1 in der Klasse, zufrieden geben.

Umso mehr stieg die Lust auf Samstag Vormittag, wo viel zu holen war mit zwei Rennen, vielleicht sogar bei nassen Bedingungen. Doch auch diesmal wurde am Abend vorher klar, dass der mögliche Regen ausblieb und der Puma die Slicks weiter tragen durfte. Somit ging es am Samstag morgen unter der aufgehenden Sonne auf die knapp vier Kilometer lange Piste, mit guter Chance auf Verbesserung für den Puma. Doch es sollte wieder nicht ganz so wie geplant laufen. Ein sich lang ziehendes Duell mit einem deutlich PS-stärkerem Ford GT40, welcher auf den Geraden weiten Abstand gewann und in den technischen Sektoren zum Hindernis wurde, verhinderte die Hoffnung auf das erwartete Vorrücken in der Tabelle. Am Ende reichte es aber für eine leichte Verbesserung auf Platz 24 gesamt und weiterhin Platz 1 in der Klasse.

Im Paddock, kaum aus dem Auto, ging es schon kurze Zeit später weiter, mit den Augen auf eine mögliche Platzierung unter den Top 20. Doch diesmal sollte es eine unglückliche Wendung geben. Im zweiten Rennen konnte der Puma sich weiterhin beweisen und die Top 20 Platzierung rückte immer näher. Unbeirrt vom anhänglichen GT40 und diverser Zusammenstöße anderer Mitfahrer, preschte Simeon Roessle im Puma weiter vor. Doch kurz vor Ende kam der schicksalhafte Schlag. Vor der Thierry Boutsen-Schikane am Ende der Gegengeraden verloren die Reifen beim Anbremsen plötzlich den Grip, vermutlich aufgrund von Schmutz oder Öl auf der Fahrbahn.
Normalerweise kein Problem, da dort in der Regel eine Auslaufzone verfügbar ist. Doch unverständlicherweise wird, ausschließlich für die Belcar-Serie, dort und an anderen Schikanen ein Reifenstapel aufgestellt, welcher schon in der Vergangenheit die Fahrzeuge von anderen Teilnehmenden zerstörte. Simeon Roessle packte es gerade noch, das ausbrechende Heck des Pumas zu fangen, jedoch blickte er nun schnurstracks auf den eben genannten Reifenstapel. Er schaffte es noch im letzten Moment soweit wie möglich auszuweichen, aber ein komplettes Entkommen war leider nicht mehr möglich. Der Reifenstapel verewigte sich im Blech auf der Fahrerseite des Pumas. Autsch.

Um weitere mögliche Folgeschäden zu verhindern, entschied man sich, das Rennen vorzeitig zu beenden. So ein verfluchtes Pech aber auch. Bei der anschließenden Siegerehrung durfte aber trotzdem gefeiert werden, mit Platz 1 in der Klasse im ersten Rennen. Zwar mit touchiertem Stolz, aber umso größerem Ehrgeiz, geht es für Simeon Roessle und den Puma Ende September weiter. In der Zwischenzeit wird die Wildkatze in Köln aufgepeppelt, gepflegt und wieder fahrbereit für den nächsten großen Einsatz gemacht. Bei den Spa Six Hours gibt es dann auch ein Wiedersehen mit dem Ford Capri RS, womit das Team Kompressol-Racing dort mit voller Stärke zurückkehrt.

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