21. Oktober 2026

Grandioser Endspurt

Nachdem Marc Roessle und Hans-Gerd Brauneiser mit dem Ford Capri des Teams Kompressol-Racing bei den Spa Six Hours ihre letzten Runden für dieses Jahr gefahren sind, ging es für Simeon Roessle im Cup Puma zum Saisonabschluss des Belcar Historic Cups noch einmal zum Nürburgring.  Als Teil der ADAC Westfalen Trophy konnte der Puma nochmal die Krallen ausfahren und für einen gelungenen Ausflug in die Eifel sorgen. 

Anders als sonst hatte die Belcar für dieses Wochenende zwei Zeittrainings eingeplant, jeweils für zwei Rennen. Bereits am Freitag Nachmittag ging es für das vielfältige Starterfeld ins erste Zeittraining bei trockenen Bedingungen und leichter Sonne. Full Course Yellow, ein Abbruch der Session sowie ungünstiger Verkehr sorgten für sehr wenig Möglichkeit, eine tatsächlich schnelle Runde zu fahren. Nichtsdestotrotz konnte sich der  Puma auf einen zuversichtlichen 19. Platz gesamt, wie auch Platz 1 in der Klasse setzen und sich an die Eifelluft gewöhnen. 

Das zweite Zeittraining war für Samstag in aller früher angesetzt, um halb neun morgens. Und nach klassischer Eifeler Art hatte sich das Wetter gänzlich auf den Kopf gestellt. Eine große Wolke hatte sich über die Strecke gesetzt und sorgte für Nebel bei einer Sichtweite von etwa 20-30 Metern. Hinzu kam natürlich auch Regen, welcher für ein herausforderndes zweites Zeittraining sorgte. Letztendlich konnte sich Simeon Roessle den 20. Platz gesamt ergattern, sowie erneut den 1. Rang in der Klasse bis 1600cc. Damit waren auch die Aussichten für des zweite Rennen sehr zuversichtlich. 

Doch es sollte alles nicht kommen wie geplant. Wer die Westfalen Trophy zeitnah verfolgt hat, wird wohl mitbekommen haben, was für ein Desaster sich an der Strecke abgespielt hatte. Kurz nachdem die Belcar mit ihrem morgentlichen Qualifying fertig war, entschied sich einer der folgenden Fahrer, dem Asphalt einen neuen Buntanstrich zu verpassen, indem er trotz geplatztem Ölfilter die gesamte Strecke abfuhr und auf der ganzen Bahn eine massive Spur hinterließ. In Kombination mit den nassen Wetterbedingungen dauerte es Stunden bis die Strecke wieder befahrbar war. Infolgedessen entschied man sich, das erste Rennen der Belcar, welches für Samstag noch geplant war, auf den nächsten Tag zu verschieben. 

Nun denn. Am Sonntag hieß es somit um 11 Uhr Motor an und ab auf die nun gesäuberte Strecke. Es bildete sich ein spannendes Rennen, bei dem sich der Puma in starke, aber faire, Kämpfe mit dem Volvo von Pieter Dieleman und dem BMW Z3 von Jill Mennen verwickelte. Letztendlich eliminierten sich beide von selbst und Simeon Roessle konnte nach einem aufregendem Rennen als 20ster Gesamt und Platz 1 in der Klasse über die Ziellinie fahren, nachdem so mancher Bolide, welcher von ganz hinten startete, sich wieder nach vorne katapultierte. 

Nach dem erfolgreichem ersten Lauf bereitete sich das Team nun auf das zweite Rennen am Nachmittag vor. Doch wie fast immer sollte das Nürburgringwetter für Aufregung sorgen. Während das erste Rennen in trockenen Bedingungen gefahren werden konnte, stieg die Vorsicht vor der Möglichkeit, dass es während des zweiten Rennen noch anfangen könnte zu regnen. Durch eine ungenaue Verzögerung im Zeitplan, sowie den manchmal schwer vorherzusehenden  Wetterumbrüchen, selbst mit Regenradar, entstand große Unruhe im Fahrerlager. Während alle Autos noch auf Slicks im Paddock standen, entschied sich das Team Kompressol-Racing kurz vor dem Pregrid dafür, auf Regenreifen zu wechseln. 

Und damit ging das große Schlagschrauben im Fahrerlager los. Viele der Belgier, offenbar im Vertrauen auf die heimische Nase des Kölner Teams, entschieden sich  ebenfalls die Regenreifen und Semislicks aufzuziehen, während der anderer Teil des Fahrerlagers an den Slicks festhielt. Doch die Entscheidung des Teams Kompressol-Racing entpuppte sich bereits in der Aufwärmrunde als goldrichtig. Der Regen hatte eingesetzt und sollte sich über das gesamte restliche Rennen ziehen.

Bereits in den ersten Kurven konnte Simeon Roessle im Puma von Postition 16 gestartet, auf einen hervorragenden fünften Platz vorkämpfen! Jedoch sollte es vorerst nicht dabei bleiben. Bei einem souveränen Überholmanöver über außen, konnte er sich kurzzeitig den vierten Platz schnappen, doch der überholte Mitbewerber verlor just in diesem Moment beim Ausfahren aus der Kurve den Grip und rutschte ins Heck des Pumas. Beide Wagen kreiselten quer über die Piste, drehten einige Pirouetten, fanden aber letztendlich den weg zurück auf die Strecke, sogar in der richtigen Richtung. Allerdings lässt sich der Puma so leicht nicht unterkriegen. Nun begann eine beeindruckende Aufholjagd vom zehnten Platz aus und Simeon Roessle kämpfte sich im Regen innerhalb weniger Runden zurück bis auf Position 4 im Gesamt. 

Inzwischen war ein heilloses Chaos auf der Strecke, nahm der Regen doch immer weiter zu. Autos drehten sich, kamen rein zum Reifenwechsel, beendeten das Rennen vorzeitig, usw. Absolut unbeeindruckt davon führte Simeon Roessle seinen Puma quasi auf Schienen über die nasse Bahn, den Regenreifen sei Dank. Nachdem er dann in der letzen Runde noch einen deutlich PS-Stärkeren Boxenstarter passieren lassen musste, beendete er den finalen Saisonlauf auf der außergewöhnlichen Position 5 Gesamt und ausserdem Rang 1 in der Youngtimer-Klasse bis 1600cc. 

Wahnsinn, welch grandioser Endspurt. Somit war die Freude groß und der Puma hat zum letzten Mal dieses Jahr Siegesluft geschnuppert. Nun ab in den Winterschlaf und in die Vorbereitungen fürs nächste Rennsportjahr. 

Das Team Kompressol-Racing bedankt sich bei allen Sponsoren, Unterstützern und Helfern, die diese Saison mit uns zusammen bestritten haben. See you in 2027!

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