
Imposante Steigerung
Dauerbelastung für das Team Kompressol-Racing. Während in Köln der Capri auf die Nürburgring-Classic im Juni vorbereitet wird, stand vergangenes Wochenende für Simeon Roessle im Ford Puma direkt das nächste Event vor der Tür. Nur eine Woche nach der Spa Summer Classic ging es beim New Race Festival in Zolder mit dem Belcar Historic Cup in die zweite Runde.
Doch anders als in den Ardennen, wo untypischerweise hervorragendstes Wetter beste Bedingungen für den Motorsport herbeirief, waren die Götter diesmal eher schlechterer Laune, wie sich noch herausstellen sollte.
Beginnen wir jedoch am Anfang. Bei strahlender Sonne und heißem Asphalt rollten die Fahrzeuge am Samstag auf die Strecke. Wie jedes Jahr mit vielen Teilnehmern, diesmal beim New Race Festival 39 an der Zahl, ist das Qualifying eine Herausforderung auf der vergleichsweise kurzen Strecke. Mit knapp vier Kilometern etwas mehr als halb so viel wie Spa Francorchamps. Das sollte sich auch in den schnellen Runden von Simeon Roessle zeigen, als langsamere Fahrzeuge und PS-stärkere Boliden dies zu einer wahren Aufgabe machten und kaum eine saubere Runde zuließen.
Am Ende konnte er jedoch die 2-Minuten Marke knacken mit einer 1.59.6, und damit seine Zeit aus dem Vorjahr um mehr als fünf Sekunden toppen. Frustriert von viel Verkehr, war er aber zuversichtlich mit seiner Platzierung auf dem 27. Gesamtrang, hinter einem Ford GT40 und vor Volvo 240 Turbo. Mit Platz 1 in der 1600er Nineties-Klasse hatte er auch seine Mitbewerber deutlich hinter sich gelassen. So ging es so nun am nächsten Vormittag ins erste Rennen über 30 Minuten. Das Zweite folgte am Nachmittag.
Doch wie erwähnt, wollte das Wetter nicht ganz mitspielen. Schon am Tag vorher zeigte das Regenradar viel Niederschlag für Sonntag, jedoch zeitlich genau zwischen den beiden Läufen, beginnend gegen Ende von Rennen 1. Nach langer Beratung entschied sich das Team Kompressol-Racing mit Slicks zu starten und zu hoffen, dass einsetzender Regen die Bedingungen noch nicht erschweren sollte. Richtige Entscheidung.
Bewölkt, aber zwischendurch nur leicht nieselnd, hallten die aufheulenden Motoren der Old- und Youngtimer durch die Limburger Landschaft. Nach einer aufregenden Startrunde konnte Simeon Roessle sich den GT40 schnappen, verlor jedoch den aufgeholten Platz leider wieder an den Volvo 240 Turbo. Was darauf folgte war ein knapp 20-minütiger Positionskampf, bei dem sich keiner einen Zentimeter schenkte. Schließlich kam es dann in der schnellen Terlaemenbocht-Rechts zur Berührung. Nachdem der Volvo in der vorherigen Kurve anscheinend einen Gang verpasst und dadurch an Schwung verloren hatte, setzte Roessle zum Überholen an. Doch der Schwedenpanzer schloss rigoros die Lücke und drückte den Puma etwas unsanft auf die Wiese. Glücklicherweise nur Schönheits-Dellen. Unbeugsam setzte Roessle in der nächsten Kurve erneut zum Überholen an und diesmal gelang es ohne Berührung.
Darauf folgte umgehend ein Ausbau des Abstandes, sodass sein Mitbewerber keine Möglichkeit zum Konter hatte. Am Ende von Rennen 1 stand eine Verbesserung um sechs Plätze auf Rang 21 gesamt, eine Bestzeit von 1.56.6, also nochmal eine imposante Steigerung von ganzen drei Sekunden zum Qualifying, sowie der Klassensieg auf dem Tableau.
Kurz darauf zeigte sich dann endlich auch der vorhergesagte Regen, welcher knapp fünf Stunden anhielt, bis kurz vor Beginn von Rennen Nummer 2. Mit noch nasser Strecke traf das Team Kompressol-Racing erneut die richtigen Reifenwahl, diesmal Regenpneus.
Doch Regen? Zolder? Puma? Da war doch was? Richtig, letztes Jahr beim Zolder Historic Grand Prix konnte Simeon Roessle bereits ein außergewöhnliches Rennen im Regen abliefern, bis der Wassermassen immer stärker wurden und sein Vorstoß im Kiesbett endete. Kurz darauf wurde letztendlich aufgrund der unzumutbaren Verhältnisse abgebrochen. Diesmal war also nun die zweite Chance sich auf durchnässter Strecke zu beweisen und das Ergebnis nach Hause zu bringen.
Bereits kurz nach dem Start konnte Roessle die ersten Teilnehmer überholen und baute immer weiter Abstand nach hinten auf, während er sich langsam aber sicher nach vorne arbeitete. Den schwierigen Streckenverhältnissen und den leistungsstärkeren Fahrzeugen der Mitkontrahenten zum Trotz konnte er sich erneut beweisen und brachte sein mehr als erfolgreiches Regenrennen diesmal zu Ende. Ergebnis: Gesamtrang 14 und Klassensieg. Es darf gefeiert werden.
Das Durchhaltevermögen und die Leistung des vom Team Kompressol-Racing top vorbereiteten Pumas konnten sich erneut beweisen. Somit geht es nun für Simeon Roessle in die Vorbereitung für den Zolder Historic Grand Prix im Juli, während der 1971er Capri RS2600 LW, mit Marc Roessle und Hans Gerd Brauneiser, schon bald in die zweite Runde geht, bei der Nürburgring Classic im Juni. Wir drücken die Daumen.